2.2.5.15. Yoga

Beschreibung/ Intention

Yoga findet seinen Platz innerhalb des großen Feldes der Sport und Bewegungsförderung. Yoga fördert die Beweglichkeit des Körpers, schult Kraft und Ausdauer, schult die Koordination und vieles mehr.

Yoga steht unter dem Oberthema Ganzheitlichkeit und Entspannung. Es handelt sich unter anderem um eine Entspannungstechnik und Yogaübungen verfügen über einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper Geist und Seele in Einklang bringt und die gesamte Persönlichkeit anspricht und fördert.

Das Angebot richtet sich aktuell an die Schülerinnen und Schüler der Berufspraxisstufe und Oberstufe, kann jedoch für alle Alters- und Entwicklungsstufen modifiziert werden. Für jüngere Klassen, beispielsweise Eingangs- und Unterstufen bieten sich Formen bzw. Übungen aus dem Kinder-Yoga an. Hier werden spielerische Yoga-Übungen in kleine Geschichten eingebunden. Trotz der spielerischen Form bleibt das Yogaprinzip erhalten: Anspannung und Entspannung; Bewegung und Ruhe; Zeit zum Nachspüren. Die Kinder werden über die Ansprache der Fantasie in die Lage versetzt, sich mit den verschiedenen Haltungen zu identifizieren. (Sie üben nicht die „Kobra“, sie sind die „Kobra“.) Die Körperübungen haben engen Kontakt  zu Themen aus Natur-und Tierwelt (Pflanzen, Berg, Baum, Löwe, Katze, Hund, etc). Das kommt der kindlichen Welt sehr entgegen.

Der Weg des Yoga spricht den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit an, Körper, Geist und Seele werden gefördert und gefordert. In Vereinbarung mit dem Richtziel der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, Selbstverwirklichung in sozialer Integration zu erreichen und zu erfahren, zielt das Angebot Yoga auf eine Förderung der Eigenwahrnehmung und der Erfahrung der eigenen Leiblichkeit. Die Schülerinnen und Schüler sollen durch die vielfältigen Bewegungserfahrungen im Yoga ihr Körpergefühl stärken und ihre Körperschemata sichern, dadurch ihr Selbstbewusstsein und ihre Ich- Stärke steigern und Selbstvertrauen in ihr inneres Gleichgewicht finden. Die Kombination aus statischen Yogastellungen, den Asanas, die in dynamische Bewegungsabläufe eingebaut werden können und verschiedenen Atemtechniken, den Pranayamas, und Entspannungsübungen (Körperreisen, Fantasiereisen, Muskelentspannungen, Meditation) ermöglicht einen physischen und psychischen Spannungsabbau bei den Schülerinnen und Schülern. Neben den Nutzen auf muskulärer und motorischer Ebene bewirkt Yoga ebenso eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, der Aufmerksamkeit und des Wohlbefindens.

Yoga läßt sich in verschiedensten Formen in den Schulalltag integrieren. So lassen sich beispielsweise kleine Yogaübungen oder auch Yoga- Lieder zu Anfang, oder auch am Ende von Unterrichtsphasen durchführen. Schülerinnen und Schüler können so vor dem Unterricht zur Ruhe kommen, ihre Gefühle beruhigen und eine bessere Konzentrationsfähigkeit erlangen. Zum Beispiel kann der Sonnengruß in reduzierter Form, oder auch nur in Teilen, in den Morgenkreis integriert werden, um den Körper zu erwecken und aufmerksam und zugleich ausgelichen und ruhig in den Unterrichtstag zu starten. Am Ende einer Unterrichtsstunde, bzw. zwischen den Unterrichtsblöcken können Yogaübungen eine Entspannungsphase bilden.

Die Förderbereiche, die mit dem Angebot Yoga verfolgt werden sind weit gefächert und ermöglichen die Verfolgung einer Bandbreite an potentiellen Förderzielen auf den Ebenen von Wahrnehmung und Motorik, Kognition und Kommunikation, Emotionalität und Selbstbild, Lernverhalten und Sozialverhalten.

Das Angebot Yoga kann sich an alle Schülerinnen und Schüler richten, bietet Möglichkeiten für hetrogene Lerngruppen, in denen starke und schwächere Schülerinnen und Schüler zusammen üben können, auch mit schwerer und mehrfacher Behinderung kann in angepasster und modifizierter Form – teils unter Absprache mit Therapeuten und/ oder Ärzten teilgenommen werden; Yoga wird ohne Leistungsdruck und ohne Wettkampfcharakter praktiziert, so dass jeder einen Platz finden kann im Rahmen dieses Bewegungsangebotes:

„Loka samasta sukhino bhavantu!“

„Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein!“

Eine Yogastunde umfasst bestenfalls einen zeitlichen Rahmen von 90 Minuten (kann aber verkürzt werden oder in einzelnen Elementen in den Unterrichtsalltag eingebunden werden, siehe oben) und verfolgt einen stark ritualisierten Ablauf: Begonnen wird mit einer Anfangsentspannung, dem bewussten Atmen in verschiedenen Körperlagen. Das ermöglicht den Ausstieg aus dem vorangegangen (Schul-) Alltag. Mit unterschiedlichen Bewegungsabläufen, den Sonnengrüßen, wird der Körper aufgewärmt und gleichzeitig die Sonne und die Erde begrüßt. Darauf folgt das Üben der eigentlichen Körperstellungen, der Asanas, die, wie anfänglich beschrieben, Körper, Geist und Seele stärken. Mit einer Abschlussentspannung schließt jede Yogastunde, möglichst wird noch Raum für eine Reflexion geboten, um Befindlichkeiten aufzunehmen und der Evaluation einer jeden Stunde dienen.

Der Bereich Yoga hängt auch zusammen mit den Bereichen:

  • Bewegungserziehung/ Sport
  • Psychomotorik
  • Entspannung

Der Bereich Yoga beinhaltet keine Unterpunkte.