2.4. Methodenorientierung

Beschreibung/ Intention

Das Ziel sonderpädagogischer Förderung an unserer Schule ist Selbstverwirklichung in sozialer Integration. Daraus resultiert ein Lernverständnis, das die Entwicklung von Kompetenzen der Schülerinnen und Schülern in den Vordergrund rückt und an der Entwicklung ihrer Handlungskompetenz orientiert ist. Bei der Methodenauswahl für die Gestaltung des  Unterrichts an unserer Schule ist eine Produkt- und Handlungsorientierung unabdingbar. Die ausgewählten Methoden variieren je nach den individuellen Kompetenzen und Förderzielen der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers, der Lerngruppe und der Klasse. So wird die notwendige Flexibilität der Unterrichtsgestaltung gewährleistet. Im Mittelpunkt der Methodenorientierung stehen folgende Gesichtspunkte:

  • Gemeinsamer, lehrerzentriert gestalteter Unterricht 
  • Methoden für offenen Unterricht
  • Projekte und projektorientierter Unterricht

Dabei kommen an unserer Schule Methoden zur Anwendung, die das Lernen in Einzelarbeit, in Kleingruppen und in Großgruppen organisieren. Im Folgenden sind beispielhaft einige Methoden angeführt, die in unserer Schule Anwendung finden.

Lernen als Einzelarbeit organisiert:

  • Freiarbeit: In der Freiarbeit wird das Lernen an die Entscheidungen der Schülerinnen und Schüler gebunden und findet in einer von den Lehrpersonen vorbereiteten Umgebung statt. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihren Lernerfolg zunehmend selbst kontrollieren.
  • Stationenlernen: Stationenlernen ist eine Form der themenbezogenen Freiarbeit. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten Materialien an verschiedenen Plätzen aufgabengesteuert und möglichst selbstständig. Dieses Verfahren fördert die Selbststeuerung und Selbstverantwortung der Schülerinnen und Schüler und erlaubt gleichzeitig eine Individualisierung des Lerntempos.
  • Stillarbeit: Die Stillarbeit  trainiert die Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, ohne eingreifende Lenkung durch die Lehrperson für sich einen Arbeitsprozess zu bewältigen. Sie wird auch eingesetzt, um mit Schülerinnen und Schülern die Konzentration auf sich selbst zu trainieren und die Produktivität stiller Arbeit zu erfahren.
  • Wochenplanarbeit: Dieses Verfahren gibt den Schülerinnen und Schülern im Vorhinein einen Überblick über ihr Lernpensum für die anstehende Woche oder über einen längeren Zeitraum. Die Lehrperson gibt die fachlichen Ziele und Inhalte vor und lässt den Schülerinnen und Schülern den  Spielraum zur freien und eigenverantwortlichen zeitlichen Gestaltung ihrer Arbeit.

Lernen in Kleingruppen organisiert:

  • Gruppenarbeit: In der Gruppenarbeit lösen die Schülerinnen und Schüler arbeitsteilig oder arbeitsgleich Aufgaben, die vorher im Klassen- bzw. im Verband der Lerngruppe definiert worden sind. Diese Arbeits- und Sozialform fördert die persönliche und soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, da während der Gruppenarbeit Selbststeuerung, Entscheidungsfähigkeit und Kooperation gefordert sind.
  • Übungsfirma: Die Schülerinnen und Schüler begeben sich mit einer Übungsfirma in eine simulierte und zugleich reale wirtschaftliche Situation. Dabei trainieren sie Selbstständigkeit und Teamfähigkeit.

Lernen in Großgruppen organisiert:

  • Lehrergespräch: Im Lehrergespräch können Schülerinnen und Schüler Informationen strukturiert aufnehmen. Phasen der Informationsvermittlung und der Reflexion können zielgerichtet gesteuert werden. Mit einem Lehrergespräch erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, identischen Unterrichtsstoff und gedankliche Klärungsprozesse mit zu vollziehen.
  • Lernen durch Lehren: Einzelne Schülerinnen und Schüler übernehmen nach einer entsprechenden Anleitung bzw. Vorbereitung für kurze Zeit die Lehrerrolle. Sie erhalten den Auftrag, ein überschaubares Sachgebiet zu erarbeiten und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zu präsentieren.
  • Projektarbeit: In Projekten arbeiten die Schülerinnen und Schüler in der Regel arbeitsteilig, handlungsorientiert und planvoll an einem definierten Vorhaben. Ihre kollektive Arbeit ist erfahrungsbezogen und zielgerichtet, da ein gemeinsames Endprodukt angestrebt wird.

Entsprechend der individuellen Ausgangslage der Schülerinnen und Schüler unterstützen diese Methoden sie darin,  Handlungskompetenz zu entwickeln. Unserem Verständnis entsprechend setzt sich diese Handlungskompetenz aus personaler Kompetenz, sozialer Kompetenz, Methodenkompetenz und Sachkompetenz zusammen.

Personale Kompetenz

  • Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit personale Kompetenz zu erwerben, indem sie
  • sich ihrer eigenen Bedürfnisse bewusst werden,
  • ein eigenes Köperkonzept entwickeln,
  • ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen erfahren,
  • sich als Subjekt wahrnehmen,
  • für sich selbst Verantwortung übernehmen,
  • lernen, Hilfe und Unterstützung anzunehmen.

Soziale Kompetenz

Die Schülerinnen und Schüler  haben die Möglichkeit soziale Kompetenz zu erwerben, indem sie lernen

  • sich zu äußern, Bedürfnisse mitzuteilen sowie Wissen, Meinungen und Wünsche in eine soziale Situation einzubinden,
  • die Äußerungen und Signale anderer Menschen zu verstehen und angemessen zu deuten,
  • sich auf andere einzustellen und eigene Bedürfnisse situativ zurückzustellen,
  • eigene Handlungsmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten zu erkennen und wahrzunehmen,
  • soziale Beziehungen aufzunehmen und zu gestalten,
  • sich  gruppendynamischen Prozessen angemessen zu verhalten.

Methodenkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit Methodenkompetenzen zu entwickeln, durch

  • Imitation von Handlungen,
  • Versuch und Irrtum,
  • Beobachten, Vergleichen von Vorgängen und Sachverhalten,
  • Ritualisierung von Handlungsabläufen,
  • Rückblickendes Bewusstwerden von vollzogenen Methoden,
  • Wiederholtes, bewusstes und zielgerichtetes Anwenden von Verfahren, Schrittfolgen oder Techniken.

Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit Sachkompetenz zu erwerben, indem sie lernen,

  • ihr Vorwissen zu aktivieren,
  • Kenntnisse zielgerichtet anzuwenden,
  • Wissen bewusst zu nutzen,
  • Wissen auf neue, unvertraute Aufgabenstellungen zu übertragen,
  • sich ihrer Lernwege bewusst zu werden und über Lernergebnisse nachzudenken.

Der Bereich der Methodenorientierung hängt auch mit folgenden weiteren Themen zusammen:

  • Schwerpunkte unserer Schule
  • Unterricht und Förderung
  • Besondere Konzepte und Angebote
  • Stufenkonzepte

Der Bereich Methodenorientierung beinhaltet keine Unterpunkte.